Irma Bandiera und die Erinnerung an den Widerstand in Bologna

Irma Bandiera - Wandgemälde an der Fassade der Grundschule Luigi Bombicci in der Via Turati, Bologna. Foto: Sabine Bade

Vielerorts wird in Bologna an Irma Bandiera (1915-1944) erinnert. Ihre Heimatstadt gedenkt der jungen, mutigen Frau an der zentralen Piazza del Nettuno, am Denkmal für im Widerstand gefallene Partisaninnen im Park der Villa Spada, am Ort ihrer Ermordung und auf dem Cimitero Monumentale della Certosa. Am eindrücklichsten aber zeigt sich die Verehrung für Irma Bandiera und die Erinnerung an den Widerstand in Bologna an der Fassade der Grundschule Luigi Bombicci in der Via Turati. Geschaffen vom Mailänder Streetart-Duo Orticanoodles, erfolgte die Enthüllung ihres riesigen Abbilds anlässlich des 72. Jahrestags der Befreiung am 24. April 2017.

Irma Bandiera (1915 - 1945)

Irma Bandiera (1915 – 1945)

Irma Bandiera schloss sich nach der Besetzung Italiens durch die Truppen Nazi-Deutschlands nach dem 8. September 1943 dem Widerstand an. Ihr Verlobter galt als vermisst, seitdem er als Soldat von Deutschen auf Kreta gefangen genommen worden war und das Schiff, mit dem er deportiert werden sollte, vor Piräus sank. Unter dem Tarnnamen „Mimma“ arbeitete Irma als Kurierin für die VII brigata GAP Gianni Garibaldi, stellte Verbindungen her, übermittelte Nachrichten, manchmal auch Waffen. Am Abend des 7. August 1944 wurde sie während einer ihrer Missionen im Haus ihres Onkels nördlich von Bologna verhaftet, in die Stadt zurückgebracht und dort von Angehörigen der faschistischen „Schwarzen Brigaden“ sieben Tage und sieben Nächte schwer gefoltert. Während ihre Familie verzweifelt nach ihr suchte, weigerte sich Irma, die Lage der Stützpunkte der GAP und die Namen ihrer Kameraden preiszugeben.

Ihr lebloser Körper wurde am Morgen des 14. August 1944 in der Via delle Camicie Nere aufgefunden, nur knapp einen Kilometer von ihrem Elternhaus entfernt.   Zeugen berichteten vom Schrei eines Mädchens, von Schüssen und einem davonfahrenden Auto in der Nacht. Diese Straße ist längst nach ihr benannt und dort, wo ihre Leiche gefunden wurde, erinnert eine Gedenktafel an die junge Frau, die direkt nach der Befreiung vom Nazi-Faschismus posthum mit der höchsten italienischen Tapferkeitsmedaille, der Medaglia d’oro al valor militare, ausgezeichnet wurde.

Sabine Bade

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