Die Lager des „Duce“ – Teil 2

Das KZ Le Fraschette südlich von Rom

Der in idyllischer Hügellandschaft liegende Weiler Le Fraschette bei Alatri war Ende 1941 zunächst als Standort für ein Kriegsgefangenenlager vorgesehen, dann aber als Campo di concentramento Fraschette di Alatri im Juli 1942 zur Internierung von mehreren Tausend Zivilisten in Betrieb genommen. Im unter der Leitung des italienischen Innenministeriums stehenden und von Carabinieri bewachten Lager wurden annähernd 200 Holzbaracken errichtet, in denen zunächst aus Libyen deportierte Anglo-Malteser untergebracht wurden.

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Die Lager des „Duce“ – Teil 1

Im Jahr 2003 behauptete der damalige italienische Premierminister Silvio Berlusconi, dass es während der Zeit des italienischen Faschismus keine Konzentrationslager gegeben habe, Mussolini niemanden habe umbringen lassen und er Menschen lediglich auf Inseln wie Ponza und Ventotene in den „Urlaub“ geschickt hätte.

Die von der Geschichtsforschung längst widerlegte Behauptung, dass der Mussolini-Faschismus erst unter dem Einfluss des nationalsozialistischen Deutschlands aus dem Ruder gelaufen sei, die Mär vom „guten Italiener“ und „schlechten Deutschen, ist ein bekanntes Stereotyp und wurde von Berlusconi während seiner Regierungszeit intensiv bedient.

Dies hat eine verzerrte kollektive Erinnerung befördert, die sich auch im Umgang mit den Stätten ehemaliger Konzentrationslager des italienischen Faschismus manifestiert: Denn während in den – unter deutscher Besatzungsherrschaft nach der italienischen Kapitulation im September 1943 errichteten – Konzentrationslagern Risiera San Sabba in Triest, Fossoli und Bozen-Gries an deren Geschichte erinnert und der Opfer gedacht wird, sucht man nach Spuren der über 50 Konzentrationslager, die Mussolini ab 1940 errichten ließ, meist vergeblich.

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Neue aktualisierte Auflage unseres Wanderlesebuchs ‚Partisanenpfade im Piemont‘

Fast ein Vierteljahr ist mittlerweile verstrichen seit Veröffentlichung der Neuauflage unseres Wanderlesebuchs Partisanenpfade im Piemont im Februar 2018. Hier im Blog darüber zu berichten, hatten wir schlicht vergessen. Das holen wir hiermit nach.

von der Nivolet-Passstraße Blick auf die Seen Agnel und Serrù - Foto: © Wolfram Mikueit

Dass wir für die Neuauflage manche Wege nochmals abgegangen sind und sowohl Preise als auch Kontaktinformationen aktualisiert haben, versteht sich von selbst.

Ansonsten hat sich nichts verändert, sodass noch immer gilt:

Partisanenpfade im Piemont ist ein Wanderbuch, ein Reisebuch und auch ein Geschichtenbuch.

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Der böse Deutsche und der gute Italiener – Zu Filippo Focardis Buch „Falsche Freunde?“

Italien kann für sich den zweifelhaften Ruhm in Anspruch nehmen, den Faschismus gewissermaßen erfunden zu haben. Das Land stand nach dem erbarmungslosen, auch mit Chemiewaffen geführten Angriffskrieg gegen Äthiopien ab Mitte der 1930er-Jahre stramm an der Seite des nationalsozialistischen Deutschlands. Von Großmachtambitionen geleitet, griffen Mussolinis Soldaten zusammen mit der Deutschen Wehrmacht zahlreiche Staaten an und haben sich in den besetzten Ländern zahlloser Verbrechen auch gegen die Zivilbevölkerung schuldig gemacht. Ein Bündnis, das Italien im September 1943 erst verließ, als mit einem Sieg nicht mehr zu rechnen war. Dennoch ist es in der Nachkriegszeit gelungen, in weiten Kreisen der italienischen Bevölkerung ein Geschichtsbild zu verankern, das die Italiener – mit Ausnahme von Mussolini und einer kleinen, ihn umgebenden faschistischen Clique – im Gegensatz zu den barbarischen Deutschen von jeder Schuld freispricht.

Filippo Focardi - Falsche Freunde

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Museo della Resistenza Europea in Genua

Auch dieses Jahr gibt es im April um den Jahrestag der Befreiung von der deutschen Besatzung (25. April, Anniversario della Liberazione) herum wieder Möglichkeiten zum Besuch des Museo della Resistenza Europea in Genua. Dort, wo sich früher das Gestapo-Hauptquartier befand, wird auch des Widerstands in Deutschland gedacht.

das Museo della Resistenza Europea in Genua in der ex. Casa dello Studente - Genua - Foto: © Sabine Bade

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